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Niedersächsischer Geschichtslehrer Verband

vertrieben, geflohen, angekommen?!
Das Thema Flucht und Vertreibung im Geschichts- und Politikunterricht

5. Fachdidaktische Tagung des Volksbundes in Zusammenarbeit mit der Deutschen Vereinigung für politische Bildung, LV Niedersachsen, dem Niedersächsischen Geschichtslehrerverband und dem Niedersächsischen Kultusministerium

4.–5. Februar 2016, Akademie des Sports, Hannover

 

(Stand: 30.11.2015)

 

Ein Anmeldeformular finden Sie HIER.

 

Das Thema „Flucht und Vertreibung“ hat in den vergangenen Monaten eine Aktualität erfahren, die noch vor einem Jahr nicht vorstellbar gewesen wäre.

Tausende Menschen erreichen täglich die Europäische Union: Flüchtlinge und Vertriebene aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten, aber auch aus Afrika und Südosteuropa suchen bei uns Schutz und menschenwürdige Lebensperspektiven.

Die Bilder in den Medien erinnern an die Trecks der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg: Menschen, die ihre Heimat aus Angst vor Gewalt und Elend verlassen müssen und oft nicht mehr besitzen, als sie am Leibe tragen; viele von ihnen haben ihre Angehörigen verloren oder sind von Kriegsereignissen traumatisiert.

Die aufnehmenden Länder stellt dies vor enorme Herausforderungen und Schwierigkeiten bei der Integration der Menschen in den Städten und Gemeinden, am Arbeitsplatz, in sozialen Einrichtungen und Schulen.

Die Tagung wird sich von den Fragenstellungen der gegenwärtigen Problemlagen leiten lassen, wobei die historisch-politischen Hintergründe des Themas den Bezugsrahmen der Debatte abbilden sollen.

Ziel des historisch geprägten Teils der Tagung ist es, die Erinnerung an die Ereignisse der Flucht und Vertreibung der Deutschen ab 1933 in einer europäischen Perspektive zu beleben. Dabei soll die historisch-politische Analyse aufzeigen, wie Mechanismen der Gewaltmigration funktionieren, aber auch, wie die Opfer dort, wo sie ankommen, mit ihrer neuen Situation zurechtgekommen sind.

Im Tagungsteil der politischen Bildung sollen die Herausforderungen an die Gegenwart in den Blick genommen werden. Dazu gehören Betrachtungen der politischen Situation der Krisengebiete und der Flüchtlinge, aber auch der Umstände der Flucht und eine Beschreibung und Analyse der gesellschaftlichen Realität.

In einem parallelen Programm jeweils für die Fächer Geschichte und Politik sollen dazu unterrichtspraktische Modelle und Materialien vorgestellt und diskutiert werden.

Die Veranstaltung richtet sich an Lehrkräfte aller Schultypen, Mitarbeiter der außerschulischen Bildung sowie der Erwachsenenbildung.

 

Tagungsprogramm

Donnerstag, 4.2.2016

 

ab 9.00 Uhr 

Anreise und Anmeldung der Teilnehmer/innen

 

10.00 - 10.15 Uhr  

Begrüßung

Prof. Rolf Wernstedt, Landtagspräsident a.D.

Frauke Heiligenstadt, Nds. Kultusministerin

 

10.15 – 11.15 Uhr  

Eingangsvortrag:

Flucht, Vertreibung, Deportation. Zwangsmigration - ein beginnender Normalzustand oder Kollateralschaden der Global Society? - Hist.-politische Perspektiven

Prof. Jochen Oltmer, Uni Osnabrück

 

11.15 – 11.45 Uhr      

Kaffeepause

 

11.45 – 12.45 Uhr  

Die deutsche Nachkriegszeit als Lagergeschichte - historische Kontinuitäten und gegenwärtige Problemlagen

Dr. Mathias Beer, IdGL, Uni Tübingen

 

12.45 -13.45 Uhr   

Mittagessen

 

13.45 – 14.45 Uhr  

Kalifat des Schreckens. Terror in Syrien, Irak und Afrika. Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa.

Dr. Guido Steinberg, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin

 

14.45 – 15.45 Uhr  

Refugees welcome? Fallstudien zum Umgang mit Flucht und Asyl im internationalen Vergleich

Prof. Dr. Hannes Schammann, Uni Hildesheim

 

15.45 – 16.00 Uhr  

Kaffeepause

 

16.00 – 17.00 Uhr  

Alles eine Frage der Sichtweise – Das Thema „Flucht und Vertreibung“ in seiner Wirkung auf SchülerInnen im Medienzeitalter.

Was nehmen SchülerInnen an historischen oder politischen Inhalten wahr, was nicht und warum ist das so?

Dr. Jan-Hinrik Schmidt, Hans-Bredow-Institut für Medienforschung, Hamburg

 

17.00 – 18.00 Uhr  

Vom Heimatfilm zum Doku-Drama: Filme über Flucht und Vertreibung der Deutschen und was man aus ihnen lernen kann

A. L. Tiews, Hans-Bredow-Institut für Medienforschung, Hamburg

 

18.00 – 19.00 Uhr  

Abendessen

 

19.00 – 19.30 Uhr  

Flüchtlinge in Niedersachsen: Daten, Faktenlage, Praxis

N.N., (MK, MI, Flüchtlingsrat)

 

19.30 – 21.00 Uhr

„Jeden Tag kommen Tausende …“ –  Aufnahme, Unterbringung, Betreuung und Integration von Flüchtlingen als politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderung. Ein Podiumsgespräch

N. N.

 

 

 

Freitag, 5.2.2016

Geschichts- und politikdidaktische Vertiefungen

 

9.00 – 13.00 Uhr

Paralleles Programm

 

Hörsaal 1              

Geschichte: Flucht und Vertreibung im Zweiten Weltkrieg

 

9.00 – 9.45 Uhr  

Flucht und Vertreibung von Deutschen und Polen im Kontext des Zweiten Weltkriegs. Hintergründe und Folgen.

Dr. Ingo Eser, Uni Köln

 

09.45 – 10.45 Uhr   Lamsdorf/Lambinowice u.a. Lager in Oberschlesien im System der Nachkriegslager in Polen 1945-1950

Prof. Edmund Nowak, Uni Oppeln, Gedenkstätte Lambinowice

Marcin Wiatr, Georg-Ecker-Institut, Braunschweig

 

10.45 – 11.00 Uhr  

Kaffeepause
 

 

11.00 – 12.00 Uhr  

Kalte Heimat": Erfahrungswelten von Vertriebenen in Deutschland nach 1945. Eine Spurensuche.
Dr. Andreas Kossert, Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Berlin

 

 

Hörsaal 2              

Politik: Flüchtlinge und ihr direktes Umfeld

 

9.00 – 9.45 Uhr  

Von Beginn an umstritten. Asylrecht, Asylpolitik und Asylpraxis in Deutschland seit 1945

Dr. Patrice G. Poutrus, Uni Halle

 

9.45 – 10.45 Uhr  

Folter, Flucht und Trauma – zur Behandlung von Flüchtlingen im Asylverfahren

Dr. Ibrahim Özkan, Asklepios Fachklinikum Göttingen

 

10.45 – 11.00 Uhr  

Kaffeepause

 

11.00 – 12.00 Uhr  

Gekommen, um zu bleiben!- Veränderungsprozesse durch Migration im gesellschaftlichen Mikrokosmos

Vera Hanewinkel, Uni Osnabrück

 

 

Gemeinsames Programm

 

Hörsaal 1              

Geschichts- und politikdidaktische Hinweise (alle)

 

12.00 – 13.00 Uhr  

Didaktik der Demokratie in der Migrationsgesellschaft - ein akademisches Gespräch

Prof. Michele Barricelli, Prof. Dirk Lange, Uni Hannover

 

13.00 – 14.00 Uhr  

Mittagessen

 

 

Paralleles Programm

 

Hörsaal 1 

Forum Unterrichtspraxis (Geschichte)

 

14.00 - 14.35 Uhr  

Abschied - Ankunft - Neubeginn. Das Konzept des neuen Museums Friedland

Dr. Jochen Baur, Museum Friedland

 

14.35 – 15.10 Uhr

vertrieben – geflohen – angekommen?!  Menschen auf der Flucht; Vorstellung einer Schulausstellung mit Unterrichtsmaterialien und päd. Handreichung

Roland Behrmann, Volksbund Niedersachsen

 

15.10 – 15.25 Uhr  

Kaffeepause

 

15.25 – 16.00 Uhr  

Flucht und Vertreibung im Geschichtsunterricht der Sek I

Dr. Rene Mounajed, Katharina Stephenson, IGS Roderbruch, Hannover (NGLV)

 

16.00 – 16.35 Uhr  

Flucht und Vertreibung im Umfeld des Zweiten Weltkriegs - Eine Auseinandersetzung mit neuen Unterrichtskonzepten für den Geschichtsunterricht der Sek. II

Dr. Martin Stupperich, Hannover (NGLV)

 

Hörsaal 2              

Forum Unterrichtspraxis (Politik)

 

14.00 - 14.35 Uhr

Fluchtpunkte: Wenn die Gegenwart auf Geschichte trifft – Vorschläge und Ideen zur Gestaltung des Weltflüchtlingstages am 20. Juni

Rainer Ohliger, Netzwerk Migration in Europa e.V., Berlin

 

14.35 – 15.10 Uhr  

Asylrecht 1949 - Report on the Refugee Situation. Ein Filmdokument zur Flüchtlingsnot in Niedersachsen (und Vorstellung weiterer Medien)

Detlef Endeward, NLQ Hildesheim

 

15.10 – 15.25 Uhr  

Kaffeepause

 

15.25 – 16.00 Uhr  

Menschenrechtsbildung im Politikunterricht der Sek. II? Didaktische Ansätze und Empfehlungen.

Manfred Quentmeier, Braunschweig (DVPB)

 

16.00 – 16.35 Uhr  

Vorstellung: Schülerfriedenspreis, „Schule ohne Rassismus“

N.N., Kultusministerium

 

Gemeinsam

Hörsaal 1              

 

16.35 – 17.00 Uhr  

Zusammenfassung und Ausblicke auf die schulische Wirklichkeit

Prof. Rolf Wernstedt